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deklarix/rules/OPEN.md
noroot b4d4ee8d3c feat!: Produktwechsel zu KI-Antragsprüfung — Phase 1 (Datenmodell, Regelwerk, Katalog)
Deklarix war eine Pre-Publish-Kennzeichnungsprüfung für Werbe-Content
(UWG/MStV). Dieser Scope wird komplett verworfen und durch eine
KI-Antragsprüfung ersetzt: Mitarbeitende beschreiben ein KI-Vorhaben,
das System leitet Datenklasse und KI-VO-Einstufung ab, gleicht sie
gegen einen Werkzeugkatalog ab und erzeugt einen Entscheidungsvorschlag
mit Herleitung — ein Mensch entscheidet, das System bereitet nur vor.

BREAKING CHANGE: Migration 0008 droppt alle werberechtsspezifischen
Tabellen (submission, finding, extraction, evidence_package,
participant, platform_connection, asset). account/app_user/session/
audit_log bleiben (Mandantentrennung, Login, Protokollierung sind
produktunabhängig) — app_user.role wechselt von
creator/agentur/marke/kanzlei/admin zu den fünf neuen Rollen
mitarbeiter/verantwortlicher/pruefer/admin/betreiber (vier
Mandanten-Rollen + eine plattformweite, siehe CLAUDE.md).

Entfernt: internal/extract, internal/dossier, internal/evidence,
internal/socialconnect, alte rules/*.yaml (UWG-Regeln), testdata/golden
— alles ausschließlich für das alte Produkt.

Neu, Phase 1 der Baureihenfolge ("Datenmodell, Regelwerk als YAML,
Katalogstruktur"):
- Store: abteilung (Stammdaten), werkzeug + werkzeug_sperre (der
  eigentliche Wert des Produkts — zentral gepflegter Katalog mit
  mandantenspezifischen Ergänzungen/Sperrungen, Pflichtfelder
  letzte_pruefung/quelle für jede Zusicherung), antrag (Fragebogen-
  Grundgerüst, Antworten als JSONB für den adaptiven Fragebogen aus
  Phase 2).
- internal/rules komplett neu: lädt und validiert drei YAML-
  Regelwerke (Datenklasse-Ableitung, KI-VO-Einstufung, Anforderungs-
  profil) aus rules/*.yaml — noch ohne Auswertungslogik gegen echte
  Fragebogen-Antworten (das ist Phase 3, bewusst erst nach dem
  Fragebogen aus Phase 2, der die exakten Fakten-Feldnamen festlegt).
  Offene fachliche Annahmen (Rangfolge der Datenklassen, Fragebogen-
  Lücke für die "verboten"-Varianten) explizit in rules/OPEN.md
  dokumentiert statt geraten.
- Web-Layer auf Minimalgerüst reduziert, das kompiliert und die neue
  Rollenwelt trägt: Firma-Registrierung (Ebene 1, erster Nutzer wird
  admin), Login/Logout, Plattform-Bereich (Ebene 5, nur betreiber:
  Dashboard, Accounts-Übersicht, Audit-Log) — Fragebogen (Ebene 2) und
  Fachebene (Ebene 3) folgen in den nächsten Phasen.
- CLAUDE.md komplett neu geschrieben: Produktbeschreibung, Fünf-Ebenen-
  Rollenmodell, Fragebogen-Spezifikation, Ableitungstabellen,
  Werkzeugkatalog, Bewertungslogik (geplant), Onboarding, offene
  Punkte (u. a. Postgres-RLS-Frage aus der Frontend-Spezifikation
  noch nicht entschieden, "Admin und Verantwortlicher gleichzeitig"
  beim Onboarding noch nicht datenmodelliert).

Volle Testsuite inkl. echter Postgres-Tests grün. End-to-End gegen
einen laufenden Server verifiziert: Firma-Registrierung legt Account +
admin-Nutzer an, Betreiber-Login leitet zu /betreiber, mandanten-
übergreifende Accounts-Liste sichtbar für betreiber, 404 für
mitarbeiter auf /betreiber, 303 zu /login ohne Sitzung.
2026-08-28 21:39:04 +02:00

2.7 KiB

Offene fachliche Fragen zum Regelwerk

Diese Punkte wurden beim Anlegen der Regelwerk-YAML-Dateien (Phase 1) bewusst nicht geraten, sondern hier notiert — vor Phase 3 (Ableitungen und harte Filter) mit dem fachlich Verantwortlichen (z. B. der/dem betrieblichen Datenschutzbeauftragten) klären.

1. Rangfolge der Datenklassen

Die Spezifikation sagt "höchste zutreffende Stufe gewinnt", gibt aber keine expliziten Rangzahlen vor. rules/datenklasse.yaml nimmt aktuell diese Reihenfolge an (niedrigster zu höchstem Rang):

  1. oeffentlich
  2. intern
  3. auftragsdaten
  4. personenbezogen
  5. berufsgeheimnis
  6. besondere_kategorie

Begründung der Annahme: DSGVO Art. 9 (besondere Kategorien) gilt allgemein als striktester Datenschutz-Tatbestand, § 203 StGB (Berufsgeheimnis) hat eigene strafrechtliche Relevanz — beide vor "normalen" personenbezogenen Daten eingeordnet. auftragsdaten unter personenbezogen einsortiert, weil vertragliche Geheimhaltung in der Regel schwächer sanktioniert ist als DSGVO-Bußgelder. Nicht bestätigt.

2. Anforderung kein_training_auf_eingabe und auftragsdaten

Die Spezifikation formuliert "aus intern, personenbezogen und höher" — das lässt offen, ob auftragsdaten (zwischen intern und personenbezogen einsortiert, siehe Punkt 1) eingeschlossen sein soll. rules/anforderungen.yaml schließt auftragsdaten aktuell explizit ein (Kundendaten sollten aus denselben Gründen wie Geschäftsgeheimnisse nicht zum Training verwendet werden) — Annahme, nicht bestätigt.

3. Genaue Fragebogen-Fakten für "verboten" (KI-VO Art. 5)

Fragebogen-Abschnitt C stellt nur eine einzelne Frage (C3: "Erkennt oder bewertet es Emotionen, Verhalten oder biometrische Merkmale?") ohne Folgefragen, die zwischen den drei in der Bewertungslogik genannten Auslösern für "verboten" unterscheiden:

  • Emotionserkennung am Arbeitsplatz
  • Social Scoring
  • Biometrische Kategorisierung

rules/kivo_einstufung.yaml geht davon aus, dass Phase 2 (Fragebogen) für C3 eine Folgefrage ergänzt, die zwischen diesen dreien (und "keins davon") unterscheidet — analog zur bereits spezifizierten Folgefrage bei C2. Die Feldnamen c3_art und dessen Werte (emotionserkennung_arbeitsplatz, social_scoring, biometrische_kategorisierung) sind Platzhalter, bis Phase 2 das festlegt.

4. loeschfrist_max_tage — konkrete Fristen je Datenklasse

Die Spezifikation nennt loeschfrist_max_tage als Anforderung "aus Datenklasse", ohne die konkreten Tageswerte pro Stufe zu nennen. rules/anforderungen.yaml listet die Anforderung nur als grundsätzlich anwendbar (welche Datenklassen sie überhaupt auslösen), ohne Zahlenwerte — die eigentlichen Fristen (z. B. "personenbezogen: 90 Tage") müssen vor Phase 3 fachlich festgelegt werden.