Rangfolge der Datenklassen, auftragsdaten bei kein_training_auf_eingabe, Vollständigkeit der drei "verboten"-Varianten und der intern-Fallback wurden vom Produktverantwortlichen bestätigt (rules/OPEN.md). Weiterhin offen: konkrete Löschfristen in Tagen, harte Filterung von menschliche_aufsicht/kennzeichnungspflicht/dsfa_erforderlich. Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com>
4.3 KiB
Offene fachliche Fragen zum Regelwerk
Diese Punkte wurden beim Anlegen der Regelwerk-YAML-Dateien (Phase 1) bewusst nicht geraten, sondern hier notiert — vor Phase 3 (Ableitungen und harte Filter) mit dem fachlich Verantwortlichen (z. B. der/dem betrieblichen Datenschutzbeauftragten) klären.
1. Rangfolge der Datenklassen — BESTÄTIGT (2026-08-29)
Die Spezifikation sagt "höchste zutreffende Stufe gewinnt", gibt aber
keine expliziten Rangzahlen vor. rules/datenklasse.yaml nimmt diese
Reihenfolge an (niedrigster zu höchstem Rang) — vom Produktverantwortlichen
bestätigt, keine Änderung nötig:
oeffentlichinternauftragsdatenpersonenbezogenberufsgeheimnisbesondere_kategorie
Begründung: DSGVO Art. 9 (besondere Kategorien) gilt allgemein als
striktester Datenschutz-Tatbestand, § 203 StGB (Berufsgeheimnis) hat
eigene strafrechtliche Relevanz — beide vor "normalen" personenbezogenen
Daten eingeordnet. auftragsdaten unter personenbezogen einsortiert,
weil vertragliche Geheimhaltung in der Regel schwächer sanktioniert ist
als DSGVO-Bußgelder.
2. Anforderung kein_training_auf_eingabe und auftragsdaten — BESTÄTIGT (2026-08-29)
Die Spezifikation formuliert "aus intern, personenbezogen und höher" —
das lässt offen, ob auftragsdaten (zwischen intern und
personenbezogen einsortiert, siehe Punkt 1) eingeschlossen sein soll.
rules/anforderungen.yaml schließt auftragsdaten ein (Kundendaten
sollten aus denselben Gründen wie Geschäftsgeheimnisse nicht zum
Training verwendet werden) — vom Produktverantwortlichen bestätigt,
keine Änderung nötig.
3. Genaue Fragebogen-Fakten für "verboten" (KI-VO Art. 5) — ERLEDIGT
Fragebogen-Abschnitt C stellt nur eine einzelne Frage... Mit Phase 2
(Fragebogen, internal/web/templates/antrag_neu.html) gelöst: C3 hat
jetzt eine Folgefrage c3_art mit den Werten
emotionserkennung_arbeitsplatz, social_scoring,
biometrische_kategorisierung und keine — exakt die Werte, die
rules/kivo_einstufung.yaml bereits erwartete. Feldnamen sind damit
final, nicht mehr Platzhalter. Ob diese drei Varianten fachlich
vollständig sind, wurde am 2026-08-29 vom Produktverantwortlichen
bestätigt (keine Ergänzung nötig).
4. loeschfrist_max_tage — konkrete Fristen je Datenklasse
Die Spezifikation nennt loeschfrist_max_tage als Anforderung "aus
Datenklasse", ohne die konkreten Tageswerte pro Stufe zu nennen.
rules/anforderungen.yaml listet die Anforderung nur als grundsätzlich
anwendbar (welche Datenklassen sie überhaupt auslösen), ohne
Zahlenwerte — die eigentlichen Fristen (z. B. "personenbezogen: 90
Tage") müssen vor Phase 3 fachlich festgelegt werden. Auswirkung auf
Schritt 3 (internal/rules.ErfuelltAnforderung): ohne Zahlenwerte
wird diese Anforderung aktuell NICHT hart gegen Werkzeuge gefiltert
(jedes Werkzeug gilt hier als "erfüllt") — sobald Fristen feststehen,
muss die Filterfunktion entsprechend erweitert werden.
5. Fallback, wenn keine Datenklasse zutrifft — BESTÄTIGT (2026-08-29)
Wenn ein Antrag bei allen B-Fragen "nein" beantwortet — auch bei B7
("nur allgemein zugängliche/erfundene Inhalte") — trifft laut Tabelle
keine Stufe zu (ein eigentlich widersprüchlicher Zustand: irgendeine
Kategorie sollte immer zutreffen). internal/rules.EvaluateDatenklasse
nimmt in diesem Fall konservativ intern an, nicht oeffentlich — im
Zweifel mehr Schutzanforderungen, nicht weniger. Vom
Produktverantwortlichen bestätigt, keine Änderung nötig.
6. Welche Anforderungen werden hart gegen ein Werkzeug gefiltert?
internal/rules.ErfuelltAnforderung filtert aktuell hart nur
avv_erforderlich, eu_verarbeitung und kein_training_auf_eingabe —
das sind technische Eigenschaften eines Werkzeugs
(werkzeug.avv_verfuegbar, verarbeitungsort, training_standard).
menschliche_aufsicht, kennzeichnungspflicht und dsfa_erforderlich
betreffen dagegen einen Prozess rund um die Nutzung, nicht das Werkzeug
selbst — ein Werkzeug wird deswegen nicht aussortiert, das wird
stattdessen als Auflage vermerkt (geplant für Schritt 4/5). Diese
Aufteilung ist eine Annahme von Schritt 3, nicht ausdrücklich in der
Spezifikation so festgelegt — vor Schritt 4 gegenprüfen, ob das der
gewünschten Produktlogik entspricht.