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deklarix/CLAUDE.md
noroot e968cf9761 feat: Ergebnisdarstellung mit Herleitung (Schritt 4 der Baureihenfolge)
POST /antraege berechnet und speichert direkt beim Einreichen eine
append-only bewertung (Datenklasse, KI-VO-Einstufung, Anforderungen,
zulässige/ausgeschlossene Werkzeuge), GET /antraege/{id} zeigt sie
inklusive Herleitung und dem Pflicht-Hinweis, dass das System nicht
entscheidet, sondern nur vorbereitet.

Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-29 10:22:24 +02:00

25 KiB

Deklarix

KI-Antragsprüfung für Unternehmen: Mitarbeitende beschreiben ein KI-Vorhaben in eigenen Worten, das System leitet Datenklasse, KI-VO-Einstufung und Anforderungsprofil ab, gleicht sie gegen einen gepflegten Werkzeugkatalog ab und erzeugt einen begründeten Entscheidungsvorschlag. Ein Mensch entscheidet, das System bereitet nur vor.


Produktwechsel (2026-08-28)

Deklarix war ursprünglich eine Pre-Publish-Kennzeichnungsprüfung für Werbe-Content (UWG/MStV) für Creator, Agenturen, Marken und Kanzleien. Dieser Scope wurde komplett verworfen und durch das oben beschriebene Produkt ersetzt — kein Feature-Zusatz, ein Produktwechsel. Wiederverwendet wurden nur produktunabhängige Bausteine: Auth/Session/ Account-Mandantentrennung, das Prinzip "Regelwerk als versionierte YAML-Dateien, kein ML für die Bewertung", die apt/systemd/Gitea- Deployment-Pipeline und das Design-System. Alles Werberecht-Spezifische (Kennzeichnungsregeln, Beweisarchiv für Social-Media-Posts, Instagram/ TikTok-OAuth, Insights-Erinnerung) wurde entfernt, nicht nur ersetzt — siehe Migration 0008_pivot_ki_antragspruefung für den genauen Schnitt.


Grundregel

Das System entscheidet nicht. Es bereitet vor. Der/die Verantwortliche bestätigt, ändert oder überschreibt einen Bewertungsvorschlag — mit Begründungsfeld bei Abweichung. Jede Entscheidung wird als Registereintrag protokolliert. Die Bewertung wird nie ohne ihre vollständige Herleitung angezeigt (welche Antwort welche Anforderung ausgelöst hat) — ohne das ist ein Vorschlag im Audit wertlos.

Regelbasiert, nicht ML: die Ableitungsregeln (Datenklasse, KI-VO- Einstufung, Anforderungsprofil) liegen als versionierte YAML-Dateien vor, nicht im Code — ein fachlich Verantwortlicher soll sie anpassen können, ohne Go-Code anzufassen. Ein LLM ist v1 höchstens optional zur Zweckerkennung aus dem Freitext vorgesehen (Textgenerierung/Übersetzung/ Code/Bild/Transkription/Recherche erkennen), nie für die Einstufung selbst — und auch dort nur als Vorschlag, den der Mensch bestätigt.


Fünf Ebenen, fünf Rollen

Die Oberfläche gliedert sich in fünf Ebenen mit steigender Sensibilität. Vier Mandanten-Rollen sind eine Voreinstellung, kein fest verdrahtetes Modell (spätere Ausbaustufe: konfigurierbare Rollen) — betreiber ist technisch getrennt vom Mandantenbereich, keine Voreinstellung.

Ebene Zugang Rolle(n) Zweck
1 — Öffentlich ohne Konto Anmeldung, Passwort zurücksetzen, Einladung annehmen, Antrag über Mandantenlink
2 — Mitarbeiter Konto nötig mitarbeiter Antrag stellen, eigene Anträge verfolgen, Rückfragen beantworten, freigegebene Werkzeuge einsehen. Bewusst schlank — dauert der Antrag zu lange, wird er umgangen
3 — Fachebene Konto nötig verantwortlicher (Entscheidungsrecht), pruefer (identische Sicht, kein Entscheidungsrecht) Posteingang offener Anträge, Bewertungsvorschlag mit Herleitung, entscheiden, Register, Berichte/Exporte, Audit-Log lesend
4 — Mandanten-Verwaltung Konto nötig admin Nutzer/Rollen, Abteilungen, Anmeldeverfahren, eigene Werkzeug-Freigaben/-Sperrungen, Rechnungsdaten — bezogen auf GENAU EINEN Mandanten
5 — Plattform Konto nötig, technisch getrennt betreiber Werkzeugkatalog, Regelwerk-Versionierung, Mandantenverwaltung/Freischaltung, Nutzungssicht — Netcell-IT-Personal, plattformweit über alle Mandanten

Funktionstrennung bleibt bestehen, auch wenn in kleinen Firmen dieselbe Person Admin und Verantwortlicher ist — das sind zwei Rollen auf demselben Menschen, keine verschmolzene Rolle. admin (Ebene 4, Mandanten-Verwaltung für den eigenen Account) und betreiber (Ebene 5, Plattform-Betrieb für Netcell-IT über alle Mandanten) sind nicht dasselbe, auch wenn beide "Admin"-artige Rechte haben — nur betreiber ist der Nachfolger dessen, was früher (vor dem Produktwechsel) admin hieß.

Rechte werden als Prüfung an jeder Aktion durchgesetzt (Middleware je Handler), nicht als grob unterschiedene Seitenbereiche.

Mandantenfähigkeit: jede Tabelle trägt account_id. Aktuell wird Isolation in der Anwendungsschicht erzwungen (Handler vergleichen AccountID gegen den angemeldeten Account, wie bisher) — die Zielvorgabe "Isolation auf Datenbankebene erzwungen" (Postgres Row- Level Security) ist eine bewusst noch nicht getroffene Entscheidung, siehe Offene Punkte unten.


Fragebogen (Ebene 2, "Antrag stellen")

Adaptiv: Folgefragen erscheinen nur, wenn die Antwort sie auslöst. Alltagssprache, keine Fachbegriffe — die stehen nur in der Ableitung.

A — Vorhaben: titel, beschreibung (Freitext: was soll die KI tun?), ergebnis (Freitext: was soll herauskommen?), haeufigkeit (einmalig/gelegentlich/täglich/automatisiert), abteilung (aus Stammdaten).

B — Daten (bestimmt die Datenklasse). Mehrfachauswahl Ja/Nein/ Unsicher, "Unsicher" zählt wie "Ja": Namen/E-Mail/Personenangaben (B1), Gesundheit/Religion/Herkunft/Gewerkschaft/Sexualleben (B2), Patienten-/ Mandanten-/Versichertendaten (B3), Bewerbungs-/Personal-/ Leistungsdaten Beschäftigter (B4), von Kunden anvertraute Daten (B5), Konstruktions-/Kalkulations-/Vertragsunterlagen (B6), nur allgemein zugängliche/erfundene Inhalte (B7).

C — Verwendung des Ergebnisses (bestimmt die KI-VO-Einstufung): geht das Ergebnis unverändert nach außen (C1)? beeinflusst es eine Entscheidung über einen Menschen (C2, Folgefrage: Einstellung/ Beförderung/Kündigung, Kreditwürdigkeit, Leistungsbewilligung, Zugang zu Bildung, medizinische Beurteilung, keins davon)? erkennt/bewertet es Emotionen, Verhalten oder biometrische Merkmale (C3)? läuft es ohne menschliche Prüfung (C4)? merkt der Empfänger, dass es von einer KI stammt (C5)?

D — Werkzeug: ggf. schon ein Werkzeug im Sinn (optional, Freitext), Firmen- oder privater Zugang, Firmen- oder Privatgerät.


Ableitungen (rules/*.yaml, internal/rules)

Datenklasse (rules/datenklasse.yaml) — höchste zutreffende Stufe gewinnt: oeffentlich (B7) < intern (B6) < auftragsdaten (B5) < personenbezogen (B1, B4) < berufsgeheimnis (B3, § 203 StGB) < besondere_kategorie (B2, Art. 9 DSGVO). Die Rangfolge ist eine Annahme (Spezifikation nennt keine expliziten Ränge) — siehe rules/OPEN.md, vor Produktiveinsatz mit dem/der Datenschutz- beauftragten bestätigen.

KI-VO-Einstufung (rules/kivo_einstufung.yaml) — Prüfreihenfolge, erste zutreffende Stufe gewinnt: verboten (Art. 5 KI-VO: C3 mit Emotionserkennung am Arbeitsplatz, Social Scoring oder biometrischer Kategorisierung) → hochrisiko (C2 mit Beschäftigung/Kreditwürdigkeit/ Leistungsbewilligung/Bildung/Gesundheit) → transparenzpflicht (C1 ja und C5 nein) → minimal (alles übrige). Die genauen Fragebogen-Felder für die drei "verboten"-Varianten sind noch nicht abschließend spezifiziert — siehe rules/OPEN.md.

Anforderungsprofil (rules/anforderungen.yaml) — aus Datenklasse und/oder Einstufung abgeleitete Menge von Anforderungen an ein Werkzeug: avv_erforderlich, eu_verarbeitung, kein_training_auf_eingabe, loeschfrist_max_tage, menschliche_aufsicht, kennzeichnungspflicht, dsfa_erforderlich.

internal/rules lädt und validiert diese drei Dateien (eindeutige IDs, eindeutige Ränge, jede Anforderung braucht mindestens einen Auslöser) und wertet sie seit Schritt 3 auch aus: EvaluateDatenklasse, EvaluateEinstufung, IstVerboten, DeriveAnforderungen operieren auf rules.Antworten (geparst aus antrag.antworten via ParseAntworten) — reine, für sich getestete Funktionen ohne DB-/Web-Zugriff. FilterWerkzeuge/ErfuelltAnforderung filtern einen Werkzeugkatalog hart gegen die abgeleiteten Anforderungen (WerkzeugEigenschaften ist ein schlanker, von store.Werkzeug unabhängiger Typ, damit internal/rules weiterhin ohne internal/store auskommt). Seit Schritt 4 wird das auch tatsächlich aufgerufen: POST /antraege berechnet nach dem Einreichen sofort eine bewertung (append-only, internal/web/antrag_handlers.go:bewerteAntrag) — bei verboten (K.-o.-Prüfung) ohne Werkzeugsuche — und GET /antraege/{id} zeigt sie inklusive Herleitung, RegelwerkVersion/KatalogVersion und dem Pflicht-Hinweis "Das System entscheidet nicht. Es bereitet vor."


Werkzeugkatalog (werkzeug, werkzeug_sperre)

Der eigentliche Wert des Produkts. Zentral gepflegt (Ebene 5, account_id IS NULL), für alle Mandanten identisch sichtbar; jeder Mandant kann zusätzlich eigene Einträge (account_id gesetzt) und Sperrungen zentraler Einträge (werkzeug_sperre) führen, ohne den zentralen Katalog zu verändern.

Pflicht: letzte_pruefung und quelle sind NOT NULL — jede Zusicherung im Katalog (AVV verfügbar, Verarbeitungsort, Training-Opt- out, Zertifizierungen) muss belegbar sein, sonst haftet Deklarix für eine Aussage, die nicht nachweisbar ist. Einträge älter als 180 Tage sollen im Ergebnis als "nicht aktuell geprüft" markiert werden (noch nicht in der UI umgesetzt, siehe Offene Punkte).

CurrentKatalogVersion liefert eine reproduzierbare Kennung des aktuellen Katalogzustands (Anzahl Einträge + letzte Änderung) — wird in jeder Bewertung/Entscheidung eingefroren, damit im Audit nachvollziehbar bleibt, mit welchem Katalogstand ein Vorschlag erzeugt wurde.


Bewertungslogik (geplant, Schritt 3+)

  1. K.-o.-Prüfung. Einstufung verboten → sofort Ablehnung (Art. 5 KI-VO), keine Werkzeugsuche.
  2. Harte Filter. Werkzeuge aussortieren, die eine Pflichtanforderung nicht erfüllen — Grund je Werkzeug festhalten, auch aussortierte Werkzeuge werden im Ergebnis mit Begründung gezeigt.
  3. Zweckabgleich. Aus beschreibung/ergebnis den Zweck ableiten (Textgenerierung, Übersetzung, Code, Bild, Transkription, Recherche) und gegen geeignete_zwecke filtern.
  4. Rangfolge. Verbleibende Werkzeuge sortieren: EU-Verarbeitung, Training standardmäßig aus, kurze Aufbewahrung, Aktualität der Prüfung.
  5. Auflagen ableiten. Statt Ablehnung Bedingungen erzeugen (Pseudonymisierung, keine Klarnamen, Vier-Augen-Prüfung, Kennzeichnung, Aufbewahrung begrenzen).
  6. Vorschlag erzeugen. Empfehlung, Alternativen, Auflagen, vollständige Herleitung.

Jede Bewertung wird als eigene Zeile gespeichert (append-only, wie finding/extraction im alten Produkt) — eine neue Bewertung ersetzt nicht die alte, sie ergänzt sie, damit Nachvollziehbarkeit auch bei mehrfacher Neubewertung eines Antrags erhalten bleibt.


Entscheidung, Register, Wiedervorlage (geplant, Schritt 5-7)

Der/die Verantwortliche wählt: genehmigt / genehmigt mit Auflagen / abgelehnt / Rückfrage. Begründungsfeld ist bei Abweichung vom Vorschlag Pflicht. Snapshot bei Entscheidung: Regelwerk-Version, Katalog- Version und der vollständige Werkzeugdatensatz werden eingefroren — ein späterer Katalog-Wandel darf nicht rückwirkend verändern, worauf eine Entscheidung beruhte.

Genehmigungen erhalten ein Ablaufdatum (Vorschlag: 12 Monate, bei hochrisiko 6). Ändert sich im Katalog eine Eigenschaft, auf der eine aktive Genehmigung beruht, wird der/die Verantwortliche benachrichtigt (Wiedervorlage).

Jede Genehmigung erzeugt automatisch einen Registereintrag: Zweck, Abteilung, Werkzeug, Datenklasse, Einstufung, Auflagen, Verantwortliche/ r, Datum, Gültigkeit. Export als PDF und CSV.


Onboarding

Firma (Ebene 1, öffentlich, POST /register): Registrierungsformular mit Firmendaten → Testzugang sofort aktiv → Freischaltung des Bezahlbetriebs nach Prüfung durch den Betreiber (letzteres noch nicht gebaut). Beim Anlegen entstehen automatisch: Account, erster Nutzer mit Rolle admin (siehe Rollentabelle — vereinfacht v1: nicht zusätzlich separat als verantwortlicher angelegt, siehe Offene Punkte), leere Abteilungsliste, Werkzeugkatalog aus der Plattform vorbelegt (noch nicht automatisiert — der zentrale Katalog ist aktuell leer, bis Ebene 5/Betreiber-Pflege gebaut ist).

Mitarbeiter, geplante Reihenfolge: (1) Einladungslink (Sammellink, Selbstanmeldung, Abteilung beim ersten Antrag), (2) CSV- Import, (3) SSO (Entra ID/Google Workspace), (4) Antrag ganz ohne vorheriges Konto über Mandantenlink + E-Mail-Bestätigungscode (Konto entsteht nebenbei). Keins davon ist gebaut — aktuell nur Firma- Registrierung.

Abrechnung: nach vom Kunden angegebener Mitarbeiterzahl, nicht nach angelegten Nutzern — sonst entsteht der Anreiz, Mitarbeitende nicht anzulegen. Noch nicht gebaut (kein Abo-System).


Projektstruktur

/var/www/deklarix/
├── cmd/
│   └── deklarix/
│       └── main.go            # Entry Point: Migration, Regelwerk laden, HTTP-Server
├── internal/
│   ├── auth/                   # Passwort-Hashing, Session-Token (produktunabhängig)
│   ├── rules/                   # Lädt/validiert Datenklasse-/Einstufungs-/Anforderungs-YAML
│   ├── store/                   # Postgres, Migrationen
│   └── web/                     # Handler, Templates
├── rules/                      # YAML-Regelwerk + OPEN.md (offene fachliche Fragen)
├── design/
│   └── enterprise.css          # Design-System (enconf-Basis, ungenutzt seit Pivot)
├── packaging/
│   └── DEBIAN/
│       └── control.tmpl        # .deb Package-Control-Template
├── scripts/
│   ├── build.sh                # Cross-Compile amd64 + arm64
│   ├── test.sh                 # Tests + vet + build-check
│   └── release.sh              # Vollständiger Release-Prozess
├── go.mod
├── go.sum
└── CLAUDE.md

Datenmodell

  • account — ein Mandant (ein Unternehmen). Jeder Antrag gehört genau einem Account.
  • app_user — ein Login innerhalb eines Accounts. Rolle ist eine von mitarbeiter, verantwortlicher, pruefer, admin (alle vier Mandanten-bezogen) oder betreiber (plattformweit, Ebene 5).
  • session — eine angemeldete Sitzung (Token, Ablaufzeit); echte Tabelle statt zustandsloser signierter Tokens, damit Logout eine Sitzung wirklich beendet.
  • audit_log — Protokoll (append-only): jede Antragsänderung, jede Bewertung, jede Entscheidung, jede Katalogänderung mit Zeitstempel und Akteur.
  • abteilung — Stammdaten für Fragebogen-Feld A.abteilung, je Mandant.
  • werkzeug — Katalogeintrag (siehe oben); account_id NULL = zentral, gesetzt = mandantenspezifische Ergänzung. NICHT append-only — der Katalog wird gepflegt, eine Entscheidung friert den zu ihrem Zeitpunkt gültigen Datensatz separat ein (geplant).
  • werkzeug_sperre — Sperrung eines (auch zentralen) Katalogeintrags durch einen einzelnen Mandanten.
  • antrag — das Vorhaben aus Fragebogen-Abschnitt A plus die vollständigen Antworten aus B/C/D als JSON (antworten, JSONB) — ein starres Spaltenschema könnte den adaptiven Fragebogen nicht abbilden. NICHT append-only (normale Zustandsänderung entwurfeingereichtentschieden, wie submission es im alten Produkt war).
  • bewertung, entscheidung, registereintragnoch nicht gebaut, geplant für Schritt 5/6 der Baureihenfolge.

Append-only: kein UPDATE auf audit_log (Trigger forbid_update_delete, wiederverwendet aus dem alten Produkt). bewertung/entscheidung/ registereintrag werden bei ihrer Einführung ebenfalls append-only.


Baureihenfolge

  1. Datenmodell, Regelwerk als YAML, Katalogstrukturerledigt (dieser Stand: account/app_user/session/audit_log/ abteilung/werkzeug/werkzeug_sperre/antrag in Postgres, internal/rules lädt und validiert die drei YAML-Regelwerke, Web-Layer kompiliert mit Auth + Plattform-Bereich-Gerüst).
  2. Fragebogen mit adaptiver Logikerledigt (GET /antraege/neu einseitiges Formular, POST /antraege legt an und reicht direkt ein, GET /antraege eigene Anträge, GET /antraege/{id} Detail. Adaptive Folgefragen C2/C3 rein per CSS :has() ein-/ausgeblendet, kein JavaScript. antworten-JSON nutzt exakt die Fakten-Schlüssel aus rules/*.yaml (b1-b7, c1-c5, c2_folge, c3_art) — das hat auch die OPEN.md-Frage zu den "verboten"-Fragebogen-Feldern final geklärt.)
  3. Ableitungen und harte Filtererledigt (internal/rules: EvaluateDatenklasse/EvaluateEinstufung/DeriveAnforderungen/ IstVerboten/FilterWerkzeuge, vollständig getestet gegen die echten rules/*.yaml-Dateien.)
  4. Ergebnisdarstellung mit Herleitungerledigt (POST /antraege berechnet und speichert eine bewertung sofort beim Einreichen, GET /antraege/{id} zeigt Datenklasse, KI-VO-Einstufung, Anforderungen, zulässige/ausgeschlossene Werkzeuge — jeweils mit Herleitung — sowie RegelwerkVersion/KatalogVersion und den Pflicht-Hinweis "Das System entscheidet nicht. Es bereitet vor.". bewertung ist append-only. Getestet inkl. K.-o.-Prüfung (verboten überspringt die Werkzeugsuche) und hartem Filter gegen den Katalog.)
  5. Entscheidung, Snapshot, Audit-Log
  6. Registereintrag und Export
  7. Wiedervorlage und Katalog-Benachrichtigung

Nicht bauen (v1): automatische Genehmigung ohne Mensch, Erkennung tatsächlicher Werkzeug-Nutzung, Mitarbeiterüberwachung (nichts, was Nutzung einzelner Personen auswertet), konfigurierbare Rollen mit eigener Oberfläche, Konzernstrukturen mit Vererbung, mandantenspezifische Regelwerke, Workflow-Designer, SAML, Schnittstellen zu Fremdsystemen.


Go Commands

export PATH=$PATH:/usr/local/go/bin   # Immer setzen!

# Entwickeln
go run ./cmd/deklarix/

# Tests
./scripts/test.sh
# oder direkt:
go test -race ./...
go vet ./...

# Build (amd64 + arm64)
./scripts/build.sh 1.0.0

# Build (nur amd64)
./scripts/build.sh 1.0.0 amd64

Build & Release-Prozess

Versioning (Semantic Versioning: MAJOR.MINOR.PATCH)

  • MAJOR — Breaking changes, API-Inkompatibilitäten
  • MINOR — Neue Features, rückwärtskompatibel
  • PATCH — Bugfixes

Release-Schritte

# 1. Alle Änderungen committen
git add -p && git commit -m "feat: ..."

# 2. Release-Skript (macht Tests → .deb-Build → Gitea-Upload → Tag → Push)
./scripts/release.sh 1.2.0

# Danach liegt in dist/:
#   deklarix_1.2.0_amd64.deb
#   deklarix_1.2.0_arm64.deb

Was das Release-Skript tut

  1. Prüft: sauberer Git-Status (keine uncommitted changes)
  2. Führt ./scripts/test.sh aus (vet + race tests + build-check, braucht DATABASE_URL)
  3. Baut .deb-Pakete für linux/amd64 und linux/arm64 (scripts/build.sh)
  4. Lädt die Pakete in Giteas Debian-Paketregistrierung hoch (Kanal testing, Suites bookworm + trixie) — siehe „Deployment“ unten
  5. Setzt Git-Tag v<version> mit Annotierung
  6. Pusht main + Tag nach origin

Deployment (apt, Infrastruktur-Standard wie bei enconf)

Updates laufen ausschließlich über ein apt-Paket, nie über manuelles Kopieren eines Binaries. .deb-Pakete landen in Giteas eingebauter Debian-Paketregistrierung unter der Gitea-Org projekte (gleicher Mechanismus wie beim Schwesterprojekt enconf-webpanel). Zielserver richten sich einmalig ein:

sudo mkdir -p /etc/apt/keyrings
sudo curl -fsSL https://git.netcell-it.de/api/packages/projekte/debian/repository.key \
    -o /etc/apt/keyrings/deklarix-gitea.asc
echo "deb [signed-by=/etc/apt/keyrings/deklarix-gitea.asc] https://git.netcell-it.de/api/packages/projekte/debian $(lsb_release -cs) testing" \
    | sudo tee /etc/apt/sources.list.d/deklarix.list
sudo apt-get update && sudo apt-get install deklarix

Danach: apt upgrade für Updates, systemctl {start,stop,status} deklarix für den Dienst. Konfiguration liegt in /etc/deklarix/deklarix.env (aus deklarix.env.example beim Erstinstall kopiert, DATABASE_URL ist dort absichtlich auskommentiert — der Dienst startet erst, wenn sie gesetzt ist; postinst startet ihn sonst bewusst nicht, um keine Crash-Restart-Schleife gegen einen Platzhalter-Host zu erzeugen). Aktuell gibt es nur den Kanal testing (kein stable — es gibt noch keine Kunden, für die eine Trennung nötig wäre).


Testing-Pattern & Qualitätssicherung

// Datei: internal/web/health_test.go
package web_test

import (
    "net/http"
    "net/http/httptest"
    "testing"
)

func TestHealth(t *testing.T) {
    req := httptest.NewRequest(http.MethodGet, "/health", nil)
    w := httptest.NewRecorder()
    HealthHandler(w, req)
    if w.Code != http.StatusOK {
        t.Fatalf("expected 200, got %d", w.Code)
    }
}
  • Tests liegen neben dem Code: paket/foo_test.go
  • Package: package foo_test (Black-Box-Test) oder package foo (White-Box)
  • Race-Detector immer an: go test -race ./...
  • Tabellenbasierte Tests für mehrere Inputs

DATABASE_URL und Testsystem. internal/store hat Integrationstests gegen echtes Postgres (u. a. die Append-only-Garantie). Ohne DATABASE_URL überspringt go test diese Tests einfach — praktisch für schnelle lokale Iteration ohne lokales Postgres. ./scripts/test.sh (und damit release.sh) ist strenger: es bricht ohne DATABASE_URL mit Fehler ab, statt die Append-only-Garantie still zu überspringen. Es zieht dafür aber kein eigenes Postgres hoch (kein Docker-Zwang auf dem lokalen Dev-Rechner) — das ist Aufgabe des dedizierten Testsystems, dort muss DATABASE_URL vorkonfiguriert sein.


Leitplanken, die dauerhaft gelten

  • Keine Rechtsdienstleistung. Deklarix bereitet eine Einstufung vor, entscheidet nicht. Keine Formulierung darf eine individuelle rechtliche Bewertung suggerieren oder Erfolgsaussichten behaupten.
  • Keine erfundenen Einstufungen. Jede Ableitungsregel steht in einer Regel-YAML und wurde dort von Hand geprüft; offene fachliche Fragen stehen in rules/OPEN.md, werden nicht geraten.
  • Werkzeugkatalog-Zusicherungen müssen belegbar sein. quelle und letzte_pruefung sind Pflichtfelder, keine Ausnahme.
  • Keine Mitarbeiterüberwachung. Nichts im Produkt darf auswerten, welche einzelne Person welches Werkzeug wie oft nutzt — das widerspricht dem Vertrauensmodell, auf dem die freiwillige Antragstellung beruht.
  • DSGVO und Hosting in der EU.

Wichtige Hinweise

Go PATH

# Immer setzen — ist nicht im Standard-PATH des Servers
export PATH=$PATH:/usr/local/go/bin

Git Push

git push origin main
# Remote: https://git.netcell-it.de/projekte/deklarix.git

Server-Prozess

# Dienst läuft über systemd (installiert per apt, siehe Deployment oben)
sudo systemctl start deklarix
sudo systemctl status deklarix

# Config: /etc/deklarix/deklarix.env (DATABASE_URL, PORT, RULES_DIR)

# Logs prüfen
journalctl -u deklarix -f

Bekannte Server

Rolle Host Zugang
Testsystem + app.deklarix.de (DB-Integrationstests, apt-Verifikation, nginx-Reverse-Proxy + Let's-Encrypt-TLS auf den lokalen Dienst) 89.163.205.4 SSH noroot, sudo passwortlos
Installer-Endpoint (get.deklarix.com) 89.163.205.110 noch nicht eingerichtet
Marketing-Site (deklarix.de/.com) 89.163.205.80 noch nicht eingerichtet

Arbeitsweise für Claude Code

  • Kleine Commits, ein Thema pro Commit
  • Erst Test, dann Implementierung
  • Keine neue Abhängigkeit ohne Rückfrage
  • Fehler nicht verschlucken, keine stillen Fallbacks
  • Bei fachlicher Unsicherheit: nicht raten, sondern als offene Frage in rules/OPEN.md notieren

Vor Änderungen

  1. go vet ./... — keine Fehler
  2. ./scripts/test.sh — alle Tests grün
  3. Bestehenden Code lesen — nicht raten

Nach Änderungen

  1. ./scripts/test.sh → 0 Fehler
  2. ./scripts/build.sh <version> → erfolgreich
  3. Commit mit semantischer Message: feat:, fix:, refactor:, docs:
  4. Bei Release: ./scripts/release.sh <version>

Offene Punkte

  • Rangfolge der Datenklassen und Grenzfälle im Anforderungsprofil (siehe rules/OPEN.md, Punkte 1/2/5/6) — mit dem/der fachlich Verantwortlichen (z. B. Datenschutzbeauftragte/r) bestätigen. Schritt 3 ist trotzdem schon umgesetzt (auf Basis dieser dokumentierten Annahmen) — nicht auf die Klärung gewartet, um nicht blockiert zu bleiben, aber die Ableitung kann sich noch ändern.
  • Genaue Fragebogen-Felder für die drei "verboten"-Variantenerledigt in Schritt 2, C3 hat jetzt eine Folgefrage c3_art. Weiterhin offen: ob die drei Varianten fachlich vollständig sind (siehe rules/OPEN.md, Punkt 3).
  • Löschfristen je Datenklasse (konkrete Tageswerte für loeschfrist_max_tage) — noch nicht fachlich festgelegt.
  • Mandantenisolation auf Datenbankebene (Postgres Row-Level Security) — die Frontend-Spezifikation fordert das explizit ("nicht in der Anwendungslogik"), aktuell ist Isolation ausschließlich anwendungsseitig (Handler-Vergleich AccountID). Umstellung auf RLS ist ein bewusst noch nicht getroffener Architektur-Entscheid — Aufwand und Zeitpunkt mit dem Nutzer klären, bevor mehr Tabellen entstehen, die sonst nachträglich migriert werden müssten.
  • "Admin und KI-Verantwortlicher" beim Firma-Onboarding — die Spezifikation will, dass der erste Nutzer beide Rollen gleichzeitig hat; app_user.role ist aktuell ein einzelner Wert. Muss geklärt werden: zwei Rollen pro Nutzer zulassen (Datenmodell-Änderung) oder zwei app_user-Zeilen für dieselbe Person?
  • Zentraler Werkzeugkatalog ist leer — "Werkzeugkatalog aus der Plattform vorbelegt" beim Onboarding ist nicht automatisiert, es gibt noch keine Ebene-5/Betreiber-UI zur Katalogpflege.
  • Markenanmeldung Deklarix, sobald erster Kunde zahlt.