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deklarix/CLAUDE.md
noroot e929e5bf26 docs: rewrite CLAUDE.md for full product spec and Postgres stack
Replaces the generic React/Vite/SQLite scaffold description with the
actual Deklarix product spec: what it does, the two-stage extract/rules
principle, the Postgres-based stack and cmd/deklarix structure, data
model, evidence chain, legal guardrails (UWG, Versicherungsaufsicht,
BRAO), QA via the golden-test suite, and the DATABASE_URL/test-system
split for scripts/test.sh.

Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-27 00:51:48 +02:00

12 KiB

Deklarix

Prüfung und Nachweis für Werbe-Content. Pre-Publish-Kennzeichnungsprüfung und revisionssichere Archivierung für Creator, Agenturen, Marken und Kanzleien. deklarix.de / deklarix.com


Was das Projekt ist

Drei Funktionen, mehr nicht:

  1. Pre-Publish-Prüfung — Caption, Standbild und Vertragslage rein, Risikobewertung mit konkreten Korrekturvorschlägen raus.
  2. Beweissicherung — jeder veröffentlichte Beitrag wird mit Hash und Zeitstempel archiviert: Screenshot, Caption, sichtbare Kennzeichnung, verknüpfter Vertrag, Briefing.
  3. Verantwortungsmatrix — wer hat was vorgegeben, wer hat freigegeben, wer schuldet welche Prüfung (Creator / Agentur / Marke).

Wer nutzt es, wer zahlt: Creator nutzen es täglich, zahlen wenig (Reichweite/Referenz). Agenturen und Marken zahlen richtig — sie haften über § 8 Abs. 2 UWG mit und brauchen Freigabe-Workflow plus Nachweisarchiv. Kanzleien lizenzieren Deklarix als Whitelabel für ihre Mandanten (zahlen für Software, nicht für Mandantenzugang); das Kanzlei-Verzeichnis im Produkt bleibt kostenlos.

Rollen von Anfang an. Eine Submission gehört nicht einem Nutzer, sondern hat Beteiligte mit Rollen (creator, agentur, marke, kanzlei). Alle vier existieren im Datenmodell ab dem ersten Commit.

Kein Demo-Shortcut. Es wird direkt produktionsreif entwickelt — keine reduzierte Zwischenstufe mit manuell eingetragenen Daten oder ohne Login als Selbstzweck.


Kernprinzip: das Modell entscheidet nicht

Das LLM extrahiert Fakten. Das Regelwerk in Go fällt das Urteil.

  • Stufe 1 — Extraktion (Claude API): Eingabe Caption plus Bild/Video, Ausgabe striktes JSON (Plattform, Gegenleistung, Kennzeichnung vorhanden/Kanal/Wortlaut/Position, Produktkategorie, Verlinkungen, ...). Ist die Extraktion unsicher, liefert sie unklar — nie eine geratene Bewertung.
  • Stufe 2 — Bewertung (Go, deterministisch): Regelwerk als versionierte YAML-Dateien (rules/). Jedes Finding referenziert Regel-ID und Version (z. B. WK-004 v3). Regeln sind plattformunabhängig — UWG/MStV gelten überall gleich, nur Darstellungsdetails unterscheiden sich; die gehören in Regelbedingungen/Extraktion, nie in separate Regelsätze pro Plattform.

Absolute Regel: Das Modell nennt niemals selbst Normen, Urteile oder Randnummern. Fundstellen stehen ausschließlich in den kuratierten YAML-Regeln. Eine halluzinierte Fundstelle ist in diesem Markt ein Totalschaden.


Stack

Bewusst langweilig, ein Binary, lokal lauffähig:

Bereich Wahl
Sprache Go 1.26, Standard-Library wo möglich
Web net/http + html/template + htmx, kein Frontend-Build, kein React
Datenbank PostgreSQL über pgx, Migrationen über golang-migrate
PDF serverseitig erzeugt
Zeitstempel RFC-3161 von einer öffentlichen TSA
Extraktion Claude API (nur Fakten-Extraktion, siehe oben)
Design design/enterprise.css (Enterprise Light Theme, enconf-Pattern, Primärfarbe #1677ff)

Kein Docker für die App selbst, kein React, keine Queue. Neue Abhängigkeiten nur nach Rückfrage.

Warum Postgres statt SQLite: Das Produkt läuft von Anfang an für hunderte gleichzeitige Nutzer über mehrere Mandanten (Creator, Agentur, Marke, Kanzlei). Ein revisionssicheres Beweisarchiv braucht robuste Concurrent-Writes sowie Point-in-Time-Recovery/Replikation — das ist mit SQLites Single-Writer-Modell nicht sauber zu bauen. Gehostet wird Managed Postgres in der EU (DSGVO).

Pfad: /var/www/deklarix | Git: https://git.netcell-it.de/projekte/deklarix | Branch: main


Projektstruktur

/var/www/deklarix/
├── cmd/
│   └── deklarix/
│       └── main.go            # Entry Point, HTTP-Server
├── internal/
│   ├── extract/                # Claude-API-Aufruf, JSON-Schema, Validierung
│   ├── rules/                  # YAML-Loader, Auswertung, Versionierung
│   ├── evidence/                # Hashing, Zeitstempel, Append-only-Log
│   ├── dossier/                 # PDF-Erzeugung
│   ├── store/                   # Postgres, Migrationen
│   └── web/                     # Handler, Templates
├── rules/                      # YAML-Regeln, versioniert im Git
├── testdata/
│   └── golden/                 # Golden-Tests: Beispielbeiträge + erwartetes Ergebnis
├── design/
│   └── enterprise.css          # Design-System (enconf-Basis)
├── packaging/
│   └── DEBIAN/
│       └── control.tmpl        # .deb Package-Control-Template
├── scripts/
│   ├── build.sh                # Cross-Compile amd64 + arm64
│   ├── test.sh                 # Tests + vet + build-check
│   └── release.sh              # Vollständiger Release-Prozess
├── go.mod
├── go.sum
└── CLAUDE.md

Datenmodell

Fünf Tabellen, mehr braucht der MVP nicht:

  • submission — ein eingereichter Beitrag, Status, Zeitpunkte
  • asset — Bild oder Datei, Pfad, SHA-256
  • extraction — das JSON aus Stufe 1, Modellversion, Prompt-Version
  • finding — Ergebnis pro Regel: Regel-ID, Regel-Version, Schwere, Text
  • evidence_package — Dossier, Hash, Zeitstempel-Token, erzeugt am
  • participant — Beteiligter an einer Submission mit Rolle (creator, agentur, marke, kanzlei) und Beitrag zur Verantwortungsmatrix (wer hat vorgegeben, wer freigegeben)

Append-only. Kein UPDATE auf finding, extraction oder evidence_package. Korrekturen sind neue Zeilen mit Verweis auf die alte. Ein Beweisarchiv, in dem man Zeilen ändern kann, ist kein Beweisarchiv.

Beweiskette: SHA-256 über jedes Asset und über die kanonisierte JSON-Repräsentation der Metadaten, RFC-3161-Zeitstempel über diesen Hash. Dossier-PDF enthält Beitrag, Caption, Kennzeichnung, Findings mit Fundstellen, Vertrags- und Briefing-Bezug, Verantwortungsmatrix, alle Hashes und das Zeitstempel-Token. Vollständiger Export muss für den Nutzer jederzeit möglich sein — wer kündigt, bekommt sein Archiv.


Go Commands

export PATH=$PATH:/usr/local/go/bin   # Immer setzen!

# Entwickeln
go run ./cmd/deklarix/

# Tests
./scripts/test.sh
# oder direkt:
go test -race ./...
go vet ./...

# Build (amd64 + arm64)
./scripts/build.sh 1.0.0

# Build (nur amd64)
./scripts/build.sh 1.0.0 amd64

Build & Release-Prozess

Versioning (Semantic Versioning: MAJOR.MINOR.PATCH)

  • MAJOR — Breaking changes, API-Inkompatibilitäten
  • MINOR — Neue Features, rückwärtskompatibel
  • PATCH — Bugfixes

Release-Schritte

# 1. Alle Änderungen committen
git add -p && git commit -m "feat: ..."

# 2. Release-Skript (macht Tests → Build → Tag → Push)
./scripts/release.sh 1.2.0

# Danach liegt in dist/:
#   deklarix_1.2.0_amd64
#   deklarix_1.2.0_arm64

Was das Release-Skript tut

  1. Prüft: sauberer Git-Status (keine uncommitted changes)
  2. Führt ./scripts/test.sh aus (vet + race tests + build-check)
  3. Kompiliert für linux/amd64 und linux/arm64
  4. Setzt Git-Tag v<version> mit Annotierung
  5. Pusht main + Tag nach origin

Testing-Pattern & Qualitätssicherung

// Datei: internal/web/health_test.go
package web_test

import (
    "net/http"
    "net/http/httptest"
    "testing"
)

func TestHealth(t *testing.T) {
    req := httptest.NewRequest(http.MethodGet, "/health", nil)
    w := httptest.NewRecorder()
    HealthHandler(w, req)
    if w.Code != http.StatusOK {
        t.Fatalf("expected 200, got %d", w.Code)
    }
}
  • Tests liegen neben dem Code: paket/foo_test.go
  • Package: package foo_test (Black-Box-Test) oder package foo (White-Box)
  • Race-Detector immer an: go test -race ./...
  • Tabellenbasierte Tests für mehrere Inputs

DATABASE_URL und Testsystem. internal/store hat Integrationstests gegen echtes Postgres (u. a. die Append-only-Garantie). Ohne DATABASE_URL überspringt go test diese Tests einfach — praktisch für schnelle lokale Iteration ohne lokales Postgres. ./scripts/test.sh (und damit release.sh) ist strenger: es bricht ohne DATABASE_URL mit Fehler ab, statt die Append-only-Garantie still zu überspringen. Es zieht dafür aber kein eigenes Postgres hoch (kein Docker-Zwang auf dem lokalen Dev-Rechner) — das ist Aufgabe des dedizierten Testsystems, dort muss DATABASE_URL vorkonfiguriert sein.

Golden-Test-Suite ist das eigentliche Asset des Projekts, nicht die UI. 30 bis 50 Beispielbeiträge in testdata/golden/, abgeleitet aus veröffentlichten Urteilen und Beanstandungen der Medienanstalten, jeweils mit erwarteten Findings. Jede Regeländerung läuft gegen die komplette Suite. Eine Regeländerung, die ein Golden-Ergebnis kippt, wird nicht gemerged, ohne dass der erwartete Wert bewusst und dokumentiert angepasst wird. Extraktion wird separat getestet: fixierte Eingaben, geprüfte JSON-Ausgabe.


Leitplanken, die dauerhaft gelten

  • Keine Rechtsdienstleistung. Deklarix ist ein Werkzeug, keine Rechtsberatung. Keine Formulierung darf eine individuelle rechtliche Bewertung suggerieren. Auf jedem Screen mit einem Ergebnis steht ein entsprechender Hinweis. Keine Erfolgsaussichten-Aussagen.
  • Keine Versicherungssprache. Nie „Abmahnschutz“, „abgesichert“, „geschützt“, „Kostenübernahme“ — sonst erlaubnispflichtiges Versicherungsgeschäft. Immer „Prüfung“, „Hinweis“, „Dokumentation“, „Nachweis“.
  • Keine erfundenen Fundstellen. Jede Norm und jedes Urteil steht in einer Regel-YAML und wurde dort von Hand geprüft.
  • Nur eigene Inhalte. Kein Scraping fremder Accounts, keine fremden Posts als Demo-Material. Demo-Material ist synthetisch. Nutzerinhalte kommen über eigenen OAuth-Zugang oder Datenexport.
  • DSGVO und Hosting in der EU. Löschkonzept von Anfang an mitdenken, aber Beweisarchiv und Löschpflicht sauber gegeneinander abgrenzen (offener Punkt, siehe unten).
  • Berufsrecht der Anwälte (§ 49b Abs. 3 S. 1 BRAO). Kein Routing (kein Button, der einen Fall an eine Kanzlei übergibt — Nutzer wählt selbst aus dem Verzeichnis), kein ergebnisabhängiger Preis, keine Sachvorteile an gelistete Kanzleien, Verzeichnis bleibt kostenlos (BGH IX ZR 89/23: entgeltliche Mandatsvermittlung ist nichtig). Vor dem ersten Kanzlei-Vertrag: formlose Auskunft der zuständigen Rechtsanwaltskammer einholen.

Domains

Domain Verwendung
deklarix.de Primär
deklarix.com Redirect / International

Wichtige Hinweise

Go PATH

# Immer setzen — ist nicht im Standard-PATH des Servers
export PATH=$PATH:/usr/local/go/bin

Git Push

git push origin main
# Remote: https://git.netcell-it.de/projekte/deklarix.git

Server-Prozess

# Start (manuell)
PORT=8080 DATABASE_URL=postgres://... ANTHROPIC_API_KEY=... ./dist/deklarix_latest_amd64 &

# Logs prüfen
journalctl -u deklarix -f

Arbeitsweise für Claude Code

  • Kleine Commits, ein Thema pro Commit
  • Erst Test oder Golden-Fall, dann Implementierung
  • Keine neue Abhängigkeit ohne Rückfrage
  • Keine Umbenennung von Regel-IDs; Regeln werden versioniert, nicht ersetzt
  • Fehler nicht verschlucken, keine stillen Fallbacks bei der Extraktion
  • Bei Unsicherheit über eine Rechtsfrage: nicht raten, sondern als offene Frage in rules/OPEN.md notieren
  • Der Code-RAG dient der Orientierung im Bestand, nicht als Nachweis von Korrektheit. Verifiziert wird durch Compiler, Tests und die Golden-Suite.

Vor Änderungen

  1. go vet ./... — keine Fehler
  2. ./scripts/test.sh — alle Tests grün
  3. Bestehenden Code lesen — nicht raten

Nach Änderungen

  1. ./scripts/test.sh → 0 Fehler
  2. ./scripts/build.sh <version> → erfolgreich
  3. Commit mit semantischer Message: feat:, fix:, refactor:, docs:
  4. Bei Release: ./scripts/release.sh <version>

Offene Punkte

  • Umfang des Regelsatzes für den ersten Pilotkunden festlegen
  • Welche TSA für die Zeitstempel
  • Löschkonzept versus Beweisarchiv sauber ausformulieren
  • Markenanmeldung Deklarix, sobald erster Kunde zahlt