feat: add rules engine (internal/rules) with first two disclosure rules
internal/rules implements Stufe 2 from the core principle: the LLM extracts facts, this deterministic engine judges them against versioned YAML rules. Facts/Condition/Rule/Finding types, a loader that refuses to load on a missing id/version or a duplicate rule id rather than silently skipping a bad file, and Evaluate() matching facts against rules. Two real rules grounded in verified research (see rules/OPEN.md for the open questions that surfaced along the way): - WK-001: no disclosure at all despite consideration (§ 5a Abs. 4 UWG, § 22 Abs. 1 MStV) - WK-004: disclosure present but hidden behind a "mehr anzeigen" cut (§ 5a Abs. 4 UWG, Leitfaden der Medienanstalten, LG Köln 12.05.2026) The two are deliberately disjoint (WK-004 requires disclosure_present= true) so a post with no disclosure at all doesn't double-fire both rules. Golden suite in testdata/golden/ covers both rules plus two clean cases; it's this suite, not the UI, that's the actual asset per CLAUDE.md. Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com>
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rules/OPEN.md
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rules/OPEN.md
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# Offene Rechtsfragen
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Fragen, bei denen sich eine Regel nicht auf eine handgeprüfte,
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eindeutig passende Fundstelle stützen lässt, ohne zu raten. Werden hier
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notiert statt in einer Regel geraten beantwortet zu werden (siehe
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CLAUDE.md, Arbeitsweise für Claude Code).
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## WK-004 — Fundstelle für "Kennzeichnung muss vor Kürzung sichtbar sein"
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**Stand 2026-08-27, zweite Recherche:** Es gibt jetzt eine einschlägige
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Entscheidung: **LG Köln, Urteil v. 12.05.2026** — Werbekennzeichnung muss
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bereits im Vorschaubild/Grid erkennbar sein, wenn der kommerzielle Zweck
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dort nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist; eine erst in der
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Caption oder erst im geöffneten Beitrag sichtbare Kennzeichnung kommt zu
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spät. Das deckt sich direkt mit WK-004 und ist jetzt als Fundstelle in
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der Regel hinterlegt. Zusätzlich bestätigt: OLG Celle hat ein bloßes
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„#ad" als unzureichend zurückgewiesen, das Kammergericht Berlin ebenso
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„#sponsoredby" — beides stützt die in WK-001/WK-004 empfohlene
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Kennzeichnung mit „Werbung"/„Anzeige".
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**Weiterhin offen:** Das LG-Köln-Urteil ist laut Quellenlage **noch
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nicht rechtskräftig** (Stand der Recherche). Vor Kundeneinsatz prüfen,
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ob es zwischenzeitlich in Berufung bestätigt oder aufgehoben wurde, und
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ob es Aussagen zur reinen Caption-Kürzung (statt Vorschaubild) trifft —
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das Urteil betont primär das Vorschaubild/Grid, WK-004 bewertet aktuell
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die Caption-Kürzung. Beides hängt zusammen (wenn schon das Vorschaubild
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fehlt, ist die Caption-Kürzung ohnehin nachrangig), sollte aber sauber
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auseinandergehalten werden — evtl. braucht es eine eigene Regel für
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"keine Kennzeichnung im Vorschaubild/ersten Frame", statt beides in
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WK-004 zu vermischen.
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## Ausnahme "kommerzieller Zweck ohnehin erkennbar" (BGH I ZR 90/20 u. a.)
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**Stand 2026-08-27, zweite Recherche — deutlich präzisiert:** Der BGH
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unterscheidet zwei Fälle:
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1. **Eigenwerbung** (Influencer bewirbt das eigene Unternehmen/die eigene
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Marke): Bei kommerziell genutzten Accounts wissen Follower laut BGH
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"aus den Umständen", dass es sich um Eigenwerbung handelt — hier kann
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die Kennzeichnungspflicht entfallen. Als Kriterium diente u. a. die
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Followerzahl (im konkreten Fall bei 600.000 bzw. 1,7 Mio. Followern
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bejaht), aber der BGH hat **keine klare Grenze** gezogen. Das ist zu
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vage für eine objektive, extrahierbare Bedingung — eine Regel, die
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auf "Followerzahl > X" abstellt, würde eine Grenze erfinden, die es
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so nicht gibt. Bleibt vorerst nicht automatisiert.
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2. **Fremdwerbung** (Influencer bewirbt Produkte/Marken Dritter): Hier
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ist die neue, klar extrahierbare Erkenntnis: **Ein Link auf die
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Website des Herstellers/der Marke begründet laut BGH regelmäßig einen
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"werblichen Überschuss"** — die Kennzeichnungspflicht lebt dann
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unabhängig davon auf, ob der Post sonst wie Eigenwerbung wirkt. Das
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ist ein objektives Extraktionsfeld (Link vorhanden ja/nein, Linkziel
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Hersteller/Marke ja/nein), kein Werturteil — passt zum Kernprinzip
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und ist ein guter Kandidat für eine kommende Regel WK-002
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("Verlinkung auf Fremdprodukt ohne Kennzeichnung"), sobald das
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Extraktionsschema `verlinkungen`/`affiliate_link` echte Daten liefert.
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**Ergebnis:** Die "ohnehin erkennbar"-Ausnahme bleibt bewusst
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unautomatisiert (Kriterium zu vage, siehe oben) — WK-001/WK-004 lösen in
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diesem seltenen Fall weiterhin ein potenzielles False Positive aus. Das
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ist der sicherere Fehler in diese Richtung (lieber eine unnötige
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Rückfrage an den Nutzer als eine übersehene Kennzeichnungspflicht).
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rules/WK-001.yaml
Normal file
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rules/WK-001.yaml
Normal file
@@ -0,0 +1,15 @@
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id: WK-001
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version: 1
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titel: Keine Kennzeichnung trotz Gegenleistung
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bedingung:
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gegenleistung: [bezahlt, sachbezug]
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kennzeichnung_vorhanden: false
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schwere: hoch
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fundstelle:
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- "§ 5a Abs. 4 UWG"
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- "§ 22 Abs. 1 MStV"
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korrektur: >
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Beitrag mit "Werbung" oder "Anzeige" kennzeichnen. Die bloße
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plattform-eigene Kennzeichnung (z. B. Instagrams "Bezahlte
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Partnerschaft") reicht laut Leitfaden der Medienanstalten nicht als
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alleinige Kennzeichnung aus.
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rules/WK-004.yaml
Normal file
16
rules/WK-004.yaml
Normal file
@@ -0,0 +1,16 @@
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id: WK-004
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version: 1
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titel: Kennzeichnung nicht auf den ersten Blick erkennbar (Kürzung durch "mehr anzeigen")
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bedingung:
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gegenleistung: [bezahlt, sachbezug]
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kennzeichnung_vorhanden: true
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kennzeichnung_vor_kuerzung: false
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schwere: hoch
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fundstelle:
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- "§ 5a Abs. 4 UWG"
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- "Leitfaden der Medienanstalten: Werbekennzeichnung bei Online-Medien"
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- "LG Köln, Urteil v. 12.05.2026 (noch nicht rechtskräftig) — Werbekennzeichnung muss bereits im Vorschaubild/Grid erkennbar sein, eine erst in der Caption versteckte Kennzeichnung kommt zu spät"
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korrektur: >
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Kennzeichnung ("Werbung" oder "Anzeige") an den Anfang der Caption
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setzen, sodass sie sichtbar ist, bevor Instagram/TikTok den Text
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hinter "mehr anzeigen" kürzt.
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