feat: Ableitungen und harte Filter (Schritt 3 der Baureihenfolge)

Reine Auswertungslogik in internal/rules, operiert auf rules.Antworten
(geparst aus antrag.antworten) und den drei Regelwerken aus Schritt 1
— ohne DB-/Web-Zugriff, vollständig isoliert testbar.

- EvaluateDatenklasse: "höchste zutreffende Stufe gewinnt" (höherer
  Rang). Trifft keine Stufe zu (z. B. B7 fälschlich "nein" trotz keiner
  anderen Kategorie), wird konservativ "intern" angenommen statt
  "oeffentlich" — im Zweifel mehr Schutz. Nicht fachlich bestätigt,
  siehe rules/OPEN.md Punkt 5.
- EvaluateEinstufung: Prüfreihenfolge wie im Regelwerk (verboten zuerst
  = K.-o.-Prüfung), erste zutreffende Stufe/Variante gewinnt.
  IstVerboten prüft die K.-o.-Bedingung direkt.
- DeriveAnforderungen: Anforderungsprofil aus Datenklasse+Einstufung.
- FilterWerkzeuge/ErfuelltAnforderung: harter Filter gegen einen
  Werkzeugkatalog. WerkzeugEigenschaften ist ein eigener, schlanker Typ
  statt store.Werkzeug — internal/rules bleibt unabhängig von
  internal/store. Nur technische Werkzeug-Eigenschaften
  (avv_erforderlich, eu_verarbeitung, kein_training_auf_eingabe) werden
  hart gefiltert; Prozess-Anforderungen (menschliche_aufsicht,
  kennzeichnungspflicht, dsfa_erforderlich) sortieren kein Werkzeug
  aus, sondern werden später als Auflage vermerkt — Annahme, siehe
  rules/OPEN.md Punkt 6.

rules/OPEN.md um Punkt 4 (Auswirkung der fehlenden Löschfristen auf den
Filter), Punkt 5 (Datenklasse-Fallback) und Punkt 6 (welche
Anforderungen hart filtern) ergänzt — Annahmen dokumentiert statt
geraten, damit Schritt 3 nicht auf die fachliche Klärung warten musste.

16 neue Tests gegen die ECHTEN rules/*.yaml-Dateien (nicht nur
synthetische Fixtures) — deckt Rang-Konflikte, "Unsicher zählt wie Ja",
alle vier Einstufungsstufen inkl. Auffangregel, Anforderungs-Ableitung
und Werkzeug-Filterung ab. Noch nicht ans Web angebunden (Schritt 4).
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noroot
2026-08-29 09:39:41 +02:00
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207
internal/rules/evaluate.go Normal file
View File

@@ -0,0 +1,207 @@
package rules
import (
"encoding/json"
"fmt"
"strings"
)
// Antworten ist die im Antrag gespeicherte Fragebogen-Antwort-Menge —
// dieselbe Struktur, die internal/web/antrag_handlers.go erzeugt
// (antwortenFromForm): ein flaches JSON-Objekt mit denselben
// Fakten-Schlüsseln wie in den Regelwerk-YAML-Dateien (b1..b7, c1..c5,
// c2_folge, c3_art).
type Antworten map[string]any
// ParseAntworten liest antrag.antworten (rohes JSON aus der Datenbank).
func ParseAntworten(raw []byte) (Antworten, error) {
if len(raw) == 0 {
return Antworten{}, nil
}
var m map[string]any
if err := json.Unmarshal(raw, &m); err != nil {
return nil, fmt.Errorf("rules: antworten parsen: %w", err)
}
return Antworten(m), nil
}
// istJaOderUnsicher prüft eine B-Frage. "Unsicher zählt wie Ja" ist eine
// Auswertungsregel (siehe CLAUDE.md, Fragebogen-Abschnitt B) — deshalb
// hier und nicht schon beim Speichern des Antrags angewendet.
func (a Antworten) istJaOderUnsicher(key string) bool {
v, _ := a[key].(string)
return v == "ja" || v == "unsicher"
}
// EvaluateDatenklasse leitet die Datenklasse aus den B-Antworten ab.
// "Höchste zutreffende Stufe gewinnt" (höherer Rang gewinnt). Trifft
// keine Stufe zu (z. B. wenn versehentlich auch B7 mit "nein"
// beantwortet wurde, obwohl keine andere Kategorie zutrifft — ein
// eigentlich widersprüchlicher Fragebogen-Zustand), wird konservativ
// "intern" angenommen statt "oeffentlich": im Zweifel mehr Schutz, nicht
// weniger. Siehe rules/OPEN.md, Punkt 5.
func EvaluateDatenklasse(regelwerk DatenklasseRegelwerk, antworten Antworten) string {
const fallback = "intern"
var gewinner *DatenklasseStufe
for i := range regelwerk.Stufen {
st := &regelwerk.Stufen[i]
for _, ausloeser := range st.Ausloeser {
if antworten.istJaOderUnsicher(ausloeser) {
if gewinner == nil || st.Rang > gewinner.Rang {
gewinner = st
}
break
}
}
}
if gewinner == nil {
return fallback
}
return gewinner.ID
}
// variantePasst prüft, ob alle Schlüssel-Werte-Paare einer Variante zu
// den Antworten passen (UND-Verknüpfung innerhalb der Variante).
func variantePasst(variante EinstufungVariante, antworten Antworten) bool {
for key, want := range variante {
got, ok := antworten[key]
if !ok {
return false
}
switch wantVal := want.(type) {
case bool:
gotBool, ok := got.(bool)
if !ok || gotBool != wantVal {
return false
}
case string:
gotStr, ok := got.(string)
if !ok || gotStr != wantVal {
return false
}
default:
return false
}
}
return true
}
// EvaluateEinstufung leitet die KI-VO-Einstufung aus den C-Antworten ab.
// Prüfreihenfolge: die erste zutreffende Stufe gewinnt (siehe
// Bewertungslogik, K.-o.-Prüfung) — deshalb steht "verboten" in
// rules/kivo_einstufung.yaml an erster Stelle. Liefert einen Fehler nur,
// wenn das Regelwerk selbst keine Auffangregel definiert (sollte durch
// LoadEinstufung bereits verhindert sein).
func EvaluateEinstufung(regelwerk EinstufungRegelwerk, antworten Antworten) (string, error) {
for _, st := range regelwerk.Stufen {
if len(st.Varianten) == 0 {
return st.ID, nil // Auffangregel, z. B. "minimal"
}
for _, variante := range st.Varianten {
if variantePasst(variante, antworten) {
return st.ID, nil
}
}
}
return "", fmt.Errorf("rules: keine einstufung trifft zu und keine auffangregel definiert")
}
// IstVerboten prüft die K.-o.-Bedingung (Art. 5 KI-VO): bei "verboten"
// erfolgt sofortige Ablehnung, keine Werkzeugsuche.
func IstVerboten(einstufungID string) bool {
return einstufungID == "verboten"
}
// DeriveAnforderungen leitet aus Datenklasse und Einstufung die Menge
// der Anforderungen ab, die ein Werkzeug erfüllen muss.
func DeriveAnforderungen(regelwerk AnforderungsRegelwerk, datenklasseID, einstufungID string) []string {
var out []string
for _, a := range regelwerk.Anforderungen {
if containsString(a.AusDatenklassen, datenklasseID) || containsString(a.AusEinstufungen, einstufungID) {
out = append(out, a.ID)
}
}
return out
}
func containsString(list []string, v string) bool {
for _, x := range list {
if x == v {
return true
}
}
return false
}
// WerkzeugEigenschaften sind die für die harte Filterung relevanten
// Felder eines Katalogeintrags — bewusst ein eigener, schlanker Typ
// statt store.Werkzeug direkt zu verwenden: internal/rules bleibt so
// unabhängig von internal/store und für sich allein testbar.
type WerkzeugEigenschaften struct {
AVVVerfuegbar bool
Verarbeitungsort string
TrainingOptOut bool
TrainingStandard bool
AufbewahrungTage int
}
// ErfuelltAnforderung prüft, ob ein Werkzeug eine einzelne Anforderung
// erfüllt. Anforderungen, die einen Prozess statt eine technische
// Werkzeug-Eigenschaft betreffen (menschliche Aufsicht, Kennzeichnung,
// DSFA) werden hier nicht hart gefiltert — sie werden als Auflage
// vermerkt (spätere Ausbaustufe), nicht als Ausschlussgrund für das
// Werkzeug selbst. loeschfrist_max_tage hat noch keine fachlich
// festgelegten Tageswerte (rules/OPEN.md, Punkt 4) und wird deshalb
// ebenfalls noch nicht hart gefiltert.
func ErfuelltAnforderung(anforderungID string, w WerkzeugEigenschaften) bool {
switch anforderungID {
case "avv_erforderlich":
return w.AVVVerfuegbar
case "eu_verarbeitung":
return w.Verarbeitungsort == "EU"
case "kein_training_auf_eingabe":
return w.TrainingStandard
default:
return true
}
}
// AusschlussGrund hält fest, warum ein Werkzeug aussortiert wurde —
// auch aussortierte Werkzeuge werden im Ergebnis gezeigt (siehe
// Bewertungslogik), nie stillschweigend weggelassen.
type AusschlussGrund struct {
WerkzeugID string
NichtErfuellt []string
}
// WerkzeugKandidat ist ein Katalogeintrag im harten Filter.
type WerkzeugKandidat struct {
ID string
Eigenschaften WerkzeugEigenschaften
}
// FilterWerkzeuge sortiert Werkzeuge aus, die mindestens eine
// Pflichtanforderung nicht erfüllen, und hält für jedes ausgeschlossene
// Werkzeug fest, welche Anforderungen fehlten.
func FilterWerkzeuge(kandidaten []WerkzeugKandidat, anforderungIDs []string) (zulaessig []string, ausgeschlossen []AusschlussGrund) {
for _, k := range kandidaten {
var fehlend []string
for _, reqID := range anforderungIDs {
if !ErfuelltAnforderung(reqID, k.Eigenschaften) {
fehlend = append(fehlend, reqID)
}
}
if len(fehlend) == 0 {
zulaessig = append(zulaessig, k.ID)
} else {
ausgeschlossen = append(ausgeschlossen, AusschlussGrund{WerkzeugID: k.ID, NichtErfuellt: fehlend})
}
}
return zulaessig, ausgeschlossen
}
// String liefert eine lesbare Begründung, z. B. für die spätere
// Ergebnisdarstellung (Schritt 4).
func (a AusschlussGrund) String() string {
return fmt.Sprintf("%s: erfüllt nicht %s", a.WerkzeugID, strings.Join(a.NichtErfuellt, ", "))
}